Siempelkamp News

31.01.2013 | 

Neues 3D-Aktivierungsberechnungsverfahren für den Rückbau entwickelt

Die geplante Stilllegung aller kerntechnischen Anlagen in Deutschland aufgrund der Energiewende und der daraus resultierende Rückbau stellen die Betreiber vor erhebliche technische und wirtschaftliche Herausforderungen. Für den Rückbau eines Kernkraftwerkes ist die genaue Kenntnis des durch den jahrzehntelangen Betrieb der Anlage entstandenen radioaktiven Inventars aller Anlagenkomponenten erforderlich. Es ist jedoch wirtschaftlich nicht praktikabel überall in der kerntechnischen Anlage und für jede einzelne Komponente Beprobungsmessungen durchzuführen. Daher sind vor dem Hintergrund der sicheren und wirtschaftlichen Planung des Rückbaus der Anlage exakte Berechnungen des radioaktiven Inventars aller Komponenten unerlässlich.


Die NIS Ingenieurgesellschaft hat ein neuartiges innovatives Berechnungsverfahren mittels einer dreidimensionalen (3D)-Simulationssoftware für kerntechnische Anlagen entwickelt, welches es ermöglicht, das radioaktive Inventar des Kraftwerks in höchstem Detaillierungsgrad zu berechnen. Bei dem neuen Verfahren wird zum ersten Mal zusätzlich zur detaillierten realistischen Modellierung der 3D-Geometrie die gesamte Leistungshistorie der über mehrere Jahrzehnte laufenden Anlagen exakt mit allen eingesetzten Brennelementen einbezogen.

Dieses Berechnungsverfahren ermöglicht es, mit bisher unerreichter Genauigkeit auch in der langfristigen zeitlichen Vorschau an jeder Stelle der Anlage bezüglich des radioaktiven Inventars Vorhersagen zu treffen. Für den Reaktordruckbehälter inklusive aller Einbauten, aber auch für die weiter außerhalb liegenden Komponenten wie Biologischer Schild und Loopleitungen bis hin zu den Dampferzeugern können so auch kleinste Aktivierungen bis unterhalb der Grenze der natürlich vorhandenen Radioaktivität bestimmt werden.

Das neue Verfahren wurde von der NIS Ingenieurgesellschaft bereits erfolgreich auf internationaler Ebene für das Kernkraftwerk Krško (Slowenien) angewandt und 2012 für RWE Power bei den beiden Reaktorblöcken der Anlage Biblis eingesetzt. Hierbei zeigte es sich, dass aufgrund des wesentlich genaueren Rechenverfahrens eine um beinahe einen Faktor zehn geringere Gesamtaktivität feststellbar ist als bisher mit den herkömmlichen Methoden berechnet.

Mit diesen Ergebnissen lassen sich bei den anstehenden Rückbauaktivitäten sowohl die Dosisbelastung des am Rückbau beteiligten Personals als auch die für die Endlagerung zu entsorgenden Abfallmengen gut bestimmen und geben dem Anlagenbetreiber eine hohe Planungssicherheit. Das neuentwickelte Verfahren bietet somit ein effektives Werkzeug für die sichere und wirtschaftliche Planung des Rückbaus mit großem Einsparpotenzial für die Betreiber.

Weitere Informationen unter: www.siempelkamp-nis.com


Kontakt

Christian Hassler
Marketing & Communication
 

Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH
Siempelkampstraße 75, 47803 Krefeld, Germany
Tel.: 0049 (2151) - 92 - 4374
Fax: 0049 (2151) - 92 - 5683
christian.hassler(at)siempelkamp.com